Die 41. Mineralientage München
Neue Messe München
vom 29. bis 31. Oktober 2004
Xu - Stein des Himmels
Rhyton - Füllhorn aus königlicher Jade. Dieser 15 cm hohe Rhyton aus hellgrüner, durchscheinender Jade ist wahrscheinlich ein Zeremonialgefäß aus der Han-Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.).
Sammlung: Günter W. Peitscher
Foto: Rainer Bode
Höher geschätzt als Gold und Silber. So hart, dass Diamanten für das Aushöhlen des Steins verwendet wurden. In vielen Farben leuchtend: von gelb und rot bis hin zu violett und dem begehrten "königlichen" smaragdgrün. Jade oder "Xu", der Stein des Himmels, symbolisierte die taoistischen Tugenden Weisheit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Bescheidenheit und Mut. Bereits 1000 Jahre vor Christi waren die Chinesen Meister in der Jadeverarbeitung. Schon bald reichten die heimischen Vorkommen nicht mehr aus, um die Nachfrage der Noblen nach den steinernen Kunstwerken zu erfüllen, und Jade wurde zum Importartikel. Die wertvollsten Jadeite (Rohstein) stammen aus einem im 18. Jahrhundert in Burma entdeckten Vorkommen. Diese nahezu durchsichtige, smaragdgrüne Jade war ausschließlich den höfischen Kreisen vorbehalten, weshalb sie den Namen "Imperial Jade" erhielt. Im heutigen China allerdings wird der Name "Jade" als Sammelbegriff für nahezu alle wertvollen Kristalle verwendet. Streng genommen aber dürfen lediglich zwei Mineralien, Nephrit und Jade, als solche bezeichnet werden. Die unterschiedlichen Farben der Jade entstehen durch Spuren von Eisen, Mangan und Chrom. Die Sonderschau der Mineralientage München 2004 präsentiert sowohl einmalige Exemplare des unbearbeiteten Steins, als auch Jade-Becher und - Objekte sowie eine eindrucksvolle Jade-Stele (Halle A6).
China - Land der unbegrenzten (Sammel-)Möglichkeiten
Leuchtendes Zinnober. Dieser Zwillingskristall ist eines der schönsten Mineralien aus China. Das Reich der Mitte verfügt über die größten noch unerschlossenen Mineral- und Erzvorkommen. In der Malerei hochgeschätzt, wird das unverwechselbare Zinnoberrot schon seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. in Europa als Farbe verwendet.
Foto: Dr. O. Medenbach
Obwohl in China bereits vor 3000 Jahren Bergbau betrieben wurde, zeigte man wenig Interesse am Abbau von Kristallen. Die riesigen, teilweise noch gar nicht erschlossenen Ressourcen lassen für Mineraliensammler noch viele interessante Funde erwarten. Berühmt ist die Volksrepublik unter anderem für ihre Zinnoberkristalle. Die Farben dieses Sulfid-Minerals (HgS), auch Cinnabarit genannt, reichen von blutrot bis schwarz. Mit seinem Metall-Gehalt von 87 % ist es das wichtigste und häufigste Quecksilber-Mineral weltweit. Als rotes Farbpigment ist Zinnober extrem schwer wasserlöslich und kann daher in Malerfarben oder im Farbkasten als Zinnoberrot direkt verwendet werden. Diese Eigenschaften begeisterten Maler aller Epochen. Auch Franz Marc verwendete diese Farbe für viele seiner Werke. Einmal schrieb er sogar in Zinnober-Tinte eine Postkarte an seinen Kollegen Wassily Kandinsky und unterzeichnete: " Zinnobergruss. F. Marc". Die Originalkarte gehört heute zur Sammlung des Münchner Lenbach-Hauses. Auf den Münchner Mineralientagen wird eine Auswahl besonders eindrucksvoller Zinnober-Kristalle zu sehen sein (Halle A6).
Jüngster Riesen-Bergkristall aus der Schweiz
Das Abschmelzen der alpinen Gletscher während der letzten Jahrzehnte wird in Hinblick auf die Klimaveränderung mit zunehmender Sorge beobachtet. Die beiden Strahler (Kristallsucher) Michael Flepp und Alfred Derungs verdanken den zurückweichenden Gletschern jedoch einen Jahrhundertfund. Im schweizerischen Lugnez/Graubünden entdeckte Flepp auf über 3.000 Metern im Jahr 2000 eine viel versprechende Kluft voller mineralogischer Schätze. Schon bald zeigt sich, dass diese ein größeres Potential birgt als ursprünglich angenommen. Partner Alfred Derungs unterstützt Michael Flepp während weiterer drei Jahre mühseliger Bergungsarbeit. Sowohl das notwendige Werkzeug und die Ausrüstung als auch die gefundenen Kristalle mussten die beiden mit Muskelkraft den Berg hinauf- und hinabtransportieren. Im Jahr 2002 machen sie dann ihren Jahrhundertfund: zwei riesige Bergkristallgruppen, die schon bald in Sammlerkreisen und bei den Schweizer Behörden für großes Aufsehen sorgen. 2003 ist es dann soweit. Die Bergung der Riesen-Bergkristallstufen wird in Angriff genommen. Mit einer Sondererlaubnis der schweizerischen Regierung darf ein Helikopter eingesetzt werden, um die 950 kg und 1.150 kg schweren Kristallstufen, die größten der Schweiz, zu bergen. Auf den Mineralientagen München wird die größere der beiden Stufen, der "Stern der vier Winde", mit nahezu 2 m Höhe und vielen schönen Phantomkristallen zu sehen sein (Halle A4). Eine Besonderheit auch deshalb, weil derartige Großfunde aufgrund der Transportprobleme nur sehr selten als Leihgaben gewonnen werden können.
Josef Vilsmaier im Forum Minerale
Ein sagenhafter Bergkristall ist auch das Thema des gleichnamigen Films, den Regisseur Josef Vilsmaier derzeit in den österreichischen Alpen und Kärnten dreht. Bekannte Schauspieler wie Katja Riemann, Herbert Knaup und Max Tidorf spielen neben Vilsmaiers Frau Dana Vávrová und Tochter Josefina Vilsmaier. Der Film, dem eine Novelle von Adalbert Stifter zugrunde liegt, dreht sich um einen Bergkristall und eine Familie, deren Schicksal an einem Weihnachtsabend um das Jahr 1870 eng mit dem des Kristalls verwoben ist. Josef Vilsmaier wird einen Ausschnitt des Films, der im November diesen Jahres in die Kinos kommt, im Forum Minerale (Halle A4) auf den Mineralientagen München präsentieren. Bei einem Interview am Samstag werden der Erfolgsregisseur, seine Frau und seine Tochter über die Dreharbeiten und den Film berichten. Auch der Original-Bergkristall aus dem Film wird in einer Vitrine in der Halle A4 zu sehen sein.
Im Forum Minerale werden am Samstag und Sonntag weitere interessante Kurzfilme zu Mineralienthemen gezeigt sowie Autoren wie Michael Gienger (Steinheilkunde) oder Martina Fuchs (Feng Shui) Vorträge halten.
Edinburgh - Münchens Partnerstadt zeigt schottische Mineralien und Fossilien
50 Jahre währt nun bereits die Städtepartnerschaft zwischen Edinburgh und München. Dieses Jubiläum feiert die schottische Hauptstadt auch auf den Mineralientagen München mit den schönsten Stücken ihrer Sammlung aus dem Royal Museum of Scotland (Halle A6). Neben Kristallen und Fossilien aus Schottland, werden internationale Funde zu sehen sein. Herausragendes Exemplar ist ein einzigartiger Rauchkristall aus China, der vor mehr als 200 Jahren den Weg aus dem Reich der Mitte in die Highlands zurücklegte.
175 Jahre Alexander von Humboldts Reise nach dem Ural
Der 1769 geborene Alexander von Humboldt war mit 30 Jahren bereits der führende Geograph seiner Zeit - neben seiner Tätigkeit als Naturforscher, Forschungsreisender und Kosmograph. Die große Vision des weltbekannten Gelehrten war eine Gesamtdarstellung der Wissenschaften, an der er lebenslang arbeitete. Charles Darwin bezeichnete ihn einmal als "den größten Wissenschaftsreisenden, der jemals gelebt hat". Seine umfangreichen Forschungs-reisen führten ihn nach Südamerika, Kuba und in die USA. 1827 wurde er Berater des preußischen Königs in Berlin. Hier läuteten seine "Kosmos"-Vorlesungen eine neue Blütezeit für die Naturwissenschaften in Deutschland ein. Inzwischen 60 jährig machte sich Alexander von Humboldt 1829 auf Einladung des russischen Zaren zu einer letzten großen Reise über das Baltikum und Moskau zum Ural und weiter bis zur chinesischen Grenze auf. Seine Forschungen führten ihn und seinen Begleiter, den Mineralogen Gustav Rose, zu Russlands reichsten Erzlagerstätten und den bedeutendsten Zentren des Silber- und Kupferbergbaus und der Hüttenindustrie. Dies erklärt die große mineralogische Ausbeute dieser Reise, über die die heutige Sammlung der Humboldt Universität zu Berlin verfügt. Auf den Münchner Mineralientagen werden rund 50 Objekte dieser sagenhaften und nur in wenigen Ausnahmen der Öffentlichkeit präsentierten Kollektion zu sehen sein (Halle A6). Vom kleinsten Diamanten - dieser Fund war eine Sensation und einer der ersten Diamanten überhaupt, die im Ural entdeckt wurden - bis zum 30 x 30 cm großen Objekt. Die "Fundsachen" sind überaus vielseitig und enthalten Kupfer und Eisen genauso wie Gold und Platin oder Edelsteine, wie Topase, Smaragde und Turmaline.
Wettbewerb der Goldschmiede und Designer
Bereits zum 6. Mal loben die Mineralientage gemeinsam mit der Verlag Hans Schöner GmbH einen internationalen Wettbewerb für Schmuck-Designer und den Nachwuchs auf den Goldschmiedeschulen aus. Thema in diesem Jahr: die brillantesten Ideen zum Thema "Anhänger". Um die Bedeutung der Mineralien im Bereich des Schmuckes zu fördern, werden dabei ausschließlich Originalmineralien verarbeitet. Die Schmuckstücke können beliebig gestaltet werden, müssen aber tragbar sein. Den Gewinnern winken zehn Preise im Gesamtwert von EUR 7.500,- sowie ein Publikum von 40.000 Mineralienfreunden aus aller Welt (Halle A5).
Prominente Unterstützung für den Münchner Glücksstein 2004
Prominente Unterstützung erhalten die Mineralientage beim Verkauf des diesjährigen Münchner Glückssteins. Dana Vávrová und Josefina Vilsmaier, Frau und Tochter des Regisseurs Josef Vilsmaier und Hauptdarsteller in seinem neuen Film "Bergkristall", werden die Anhänger und Handschmeichler aus polierter Jade als "Glücksfeen" präsentieren (Halle A4). Der Erlös kommt wie in den vergangenen Jahren einem karitativen Zweck zugute.
Mitmachaktionen
Den Nachwuchs frühzeitig auf den Geschmack bringen werden die vielen Mitmachaktionen der Mineralientage. Wie im Wilden Westen gilt es zwischen Steinen, Schlamm und reichlich Wasser die blinkenden kleinen Goldkörnchen zu entdecken, die noch heute auch bei den Erwachsenen rauschhafte Zustände hervorrufen. "Lust auf mehr" machen auch Aktivitäten, die vor allem Geschick erfordern: Beim Speckstein-Schnitzen und Fossilien-Präparieren stehen zahlreiche Experten den Jung-Geologen hilfreich zur Seite (Halle A4).
(Quelle: Pressestelle Mineralientage München)
Daten
| Ausstellungsort: |
Neue Messe München
Halle A4, A5, A6 (Eingang Ost)
Messegelände
81823 München
Deutschland |
| Ausstellungsdauer: |
- am 29. Oktober 2004 für das Fachpublikum (GEOFA)
- am 30. und 31 Oktober 2004 für die Öffentlichkeit (BÖRSE)
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| Öffnungszeiten |
9 bis 18 Uhr |
| Tageseintrittspreise (BÖRSE) |
- Erwachsene: EUR 10,00
- Jugendliche (6 - 16 J): EUR 5,00
- Kinder (bis 5 J): Eintritt frei
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| Messekatalog: |
mit Ausstellerverzeichnis, ca. 270 Seiten, 4-farbig, EUR 28,00 |
| Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: |
U2, Haltestelle Messestadt Ost (Endhaltestelle) |
Weitere Informationen
Nähere Informationen zu der Ausstellung finden Sie auf der Internetseite der Mineralientage.